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Ein erster Blick auf Xcode 9

Auf der WWDC 2017 hat Apple einen neuen Major Release seiner Entwicklungsumgebung Xcode vorgestellt. Neben Support für Swift 4 und die kommenden Versionen von iOS, macOS, tvOS und watchOS bringt Xcode 9 auch mannigfaltige Änderungen unter der Haube mit und rüstet nach, was sich Entwickler schon lange gewünscht haben.

Komplett überarbeiteter Source Editor

Der Source Editor ist das Herzstück einer jeden IDE. Apple hat diesen Editor in Xcode 9 von Grund auf neu geschrieben; und das in Swift! Das allein ist bereits ziemlich spektakulär, doch die daraus resultierenden Auswirkungen wissen noch mehr zu beeindrucken. So ist der neue Source Editor laut Apple deutlich schneller und es lässt sich spürbar flüssiger mit ihm arbeiten. Dateien mit tausenden Zeilen Quellcode sollen ruckelfrei durchforstet werden können, der Editor soll sich wahnsinnig schnell bedienen lassen. Auch das Durchsuchen und Indexieren von Projekten wurde von Apple optimiert und soll die übergreifende Performance und Geschwindigkeit von Xcode verbessern.

Refactoring für alle

Zur Freude aller Swift-Entwickler bringt Xcode 9 – endlich! – Refactoring-Funktionen für Swift-Code mit. Generell wurde das gesamte Refactoring-System überarbeitet, sodass gleichzeitig auch das Refactoring für Objective-C-, C- und C++-Code verbessert wurde. Die Refactoring-Funktionen werden kontextabhängig je nach ausgewähltem Element angeboten und erlauben beispielsweise das Umbenennen von Properties, Typen und Methoden (mitsamt deren Parametern) sowie das Extrahieren von Code in eigene Funktionen.

Mit Xcode 9 ist es endlich möglich, Swift-Code zu refactoren.
Mit Xcode 9 ist es endlich möglich, Swift-Code zu refactoren.

Inspiration Swift Playgrounds

Swift Playgrounds – Apples iOS-App zum Erlernen des Programmierens und zum Schreiben von Swift-Code auf dem iPad – wusste bereits zu seinem Release im letzten Jahr mit einem gelungenen User-Interface zu überzeugen. Einige Elemente jener Bedienoberfläche wurden nun auch nach Xcode überführt. So lassen sich für Typen, Funktionen, Abfragen und Schleifen deren Rumpf hervorheben, um auf einen Blick ablesen zu können, welcher Code innerhalb von ihnen definiert ist.

Zusammengehörige Code-Rümpfe können nun in Xcode 9 farblich hervorgehoben werden.
Zusammengehörige Code-Rümpfe können nun in Xcode 9 farblich hervorgehoben werden.

Integration von GitHub

Ein weiteres Highlight von Xcode 9 stellt die direkte Integration der Source Code-Verwaltung GitHub dar. So ist es möglich, sich direkt in Xcode mit seinem GitHub-Konto anzumelden und darüber auf Projekte zuzugreifen und diese auszuchecken. Sogar die GitHub-Website selbst wurde dahingehend optimiert und bietet nun eine Schaltfläche zum Öffnen eines Projekts direkt in Xcode an. Die Arbeit mit GitHub-Repositories gestaltet sich so mit Xcode 9 so einfach und effizient wie noch nie zuvor.

Und apropos Source Control: Apple hat hier einige Optimierungen vorgenommen und die Funktionen zur Versionsverwaltung in Xcode ausgebaut. Besonders spannend ist der neue Source Control-Navigator, über den Branches eingesehen und Commits sowie Merges abgesetzt werden können. Auch die History eines Repositories lässt sich direkt in Xcode durchsuchen und taggen.

Kabel? Überflüssig!

Wollte man bisher seine Apps auf Endgeräte wie iPhone, iPad oder Apple TV aufspielen, mussten diese direkt an den Entwickler-Mac angeschlossen werden. Diese Notwendigkeit fällt nun mit Xcode 9 weg. Apple führt hier das sogenannte Wireless Development ein, das es erlaubt, Apps über WLAN von Xcode aus auf Endgeräte aufzuspielen. Das Debugging funktioniert davon unabhängig wie gewohnt und Entwickler müssen keinerlei Einschränkungen im Vergleich zu einer kabelgebundenen Verbindung hinnehmen.

Neue Simulatoren

Auch die verschiedenen zur Verfügung stehenden Simulatoren hat Apple drastisch überarbeitet. Diese werden nun unter einer gemeinsamen App zusammengefasst und es ist erstmals möglich, mehrere Simulatoren parallel auszuführen, um so einfacher beispielsweise Synchronisationsfunktionen wie einen iCloud-Sync zu testen. Auch optisch wurden die Simulatoren deutlich aufgewertet und stellen nun „reale“ Geräte wie iPhone 7 oder iPad Pro dar. So ist es zudem möglich, Hardware-Funktionen wie den Home-Button direkt über den Simulator zu testen, ohne dafür das Menü bedienen zu müssen.

Die neuen Simulatoren sind nicht nur hübsch, sondern auch deutlich schneller.
Die neuen Simulatoren sind nicht nur hübsch, sondern auch deutlich schneller.

Fazit

Xcode 9 macht bereits in seiner frühen Beta-Version einen hervorragenden Eindruck. Apple hat ganze Arbeit geleistet und sowohl das Fundament der IDE stark optimiert und gleichermaßen großartige wie lang ersehnte Funktionen ergänzt. Das neue Refactoring ist erstklassig gelungen und arbeitet immens schnell (wie die gesamte IDE). Die neuen Simulatoren sind nicht nur hübsch, sie erlauben auch das Verwenden und Testen von Hardware-Schaltflächen. Und der optionale Verzicht auf eine Kabelverbindung zum Kompilieren auf einem Endgerät ist ein entscheidender Schritt hin zu Apples Ausrichtung, mehr und mehr auf Kabel zu verzichten.

Apple-Entwickler können die aktuelle Beta zu Xcode 9 kostenlos über die Apple Developer-Website beziehen; dazu ist lediglich ein kostenfreier Apple-Entwickler-Accout notwendig.

Published inDevelopment

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